Effiziente Trockentrennung für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
Jeder, der schon einmal an einer Recyclinglinie gearbeitet hat, weiß: Die eigentlichen Schwierigkeiten beginnen nicht bei der Entsorgung, sondern erst danach – wenn der Abfall den Verarbeitungsprozess durchläuft. Entgegen der gängigen Vorstellung kommt Abfall nicht ordentlich sortiert in Behältern an. Er ist gepresst, verklemmt, zerrissen, vermischt – und fast nie gekennzeichnet. In den letzten zehn Jahren sind Umfang und Vielfalt der Abfälle schneller gewachsen als die Systeme, die zu ihrer Bewältigung entwickelt wurden. In jüngster Zeit lag die weltweite Kunststoffproduktion bei rund 400 Millionen Tonnen jährlich, während die Recyclingquote hartnäckig unter 10 % verharrt. Urbanisierung, Verpackungstrends und zunehmend kürzere Produktlebenszyklen setzen eine Wegwerfkultur unter Druck, für die bestehende Infrastrukturen nie ausgelegt waren.
Das Prinzip der trockenen Dichtesortierung
Das Grundprinzip der trockenen Dichtesortierung ist nicht neu. Es beruht auf der Tatsache, dass Partikel sich in der Gegenwart von Luft und Vibration unterschiedlich verhalten. Leichtere Materialien bewegen sich in die eine Richtung, schwerere in die andere – selbst wenn sie nahezu identisch aussehen. Wasserbasierte Systeme sind zwar in manchen Bereichen effektiv, stoßen jedoch zunehmend auf Widerstand – durch Kosten, gesetzliche Auflagen und die Folgen der entstehenden Abwässer. Jeder eingesetzte Liter Wasser muss gereinigt, zurückgeführt oder entsorgt werden. Wenn Wasserverbrauch keine Option ist, können Materialien dennoch über einen trockenen, schwerkraftbasierten Prozess sauber getrennt werden – ohne Schlamm, ohne Rückstände. Dieses Verfahren funktioniert dort, wo Wasser nicht hinkommt: zwischen gebrochenem Beton und Kupferdrähten, in noch warmen Kompostmassen und in den verhedderten Resten von Elektronik und Verpackungen.
Neue Rückgewinnungspotenziale
Hier beginnen sich unerwartete Rückgewinnungen abzuzeichnen: Ein Kompoststrom kann gefiltert werden, ohne seine biologische Integrität zu verlieren. Bauabfälle geben verwertbare Metalle frei und behalten gleichzeitig nutzbare Feinkornanteile. Selbst komplexe Materialgemische aus Kunststoffen, Textilien und Holz lassen sich in verwertbare Fraktionen trennen – weil der Prozess erkennt, was herkömmliche Systeme übersehen.
Die GSort-Technologie – entwickelt für reale Bedingungen
GSort-Sortiertische unterscheiden sich, weil sie nicht für ideale Einsatzbedingungen gebaut sind. Gemischt, feucht, ungleichmäßig, verunreinigt – genau mit solchen Input-Materialien werden sie konfrontiert. Dank eines neu gestalteten Arbeitsdecks mit erhöhter Neigung, chevronförmiger Strömungsführung und größerer Amplitude macht GSort die trockene Separation reproduzierbar – selbst wenn sich die Eingangsbedingungen stündlich ändern. Während andere Trockensortiersysteme häufig mit Kapazitätsgrenzen kämpfen, liefert GSort den doppelten Durchsatz herkömmlicher Tische gleicher Breite. Wo Nasssysteme auf Sättigung angewiesen sind und nachgelagerte Trocknung benötigen, arbeitet GSort mit Luft, Vibration und dem natürlichen Dichteunterschied. Das Ergebnis: null Wasserverbrauch, weniger Nachbearbeitung und konstante Leistung auch unter wechselnden Bedingungen.
Effizienz durch Trockenprozess
Die trockene Sortierung reduziert Stillstände, vereinfacht die Wartung und vermeidet Rückstände, die andere Trennprozesse erschweren. Wenn Materialien in unvorhersehbaren Kombinationen eintreffen, ermöglicht GSort den kontinuierlichen Betrieb – ohne die gesamte Linie auf eine einzelne Fraktion anpassen zu müssen. Dies eröffnet neues Potenzial für Materialströme, die bisher als nicht verwertbar galten. In vielen Anlagen werden bis zu 30 % des eingehenden Abfalls deponiert, weil er zu stark vermischt, unregelmäßig oder zu teuer für herkömmliche Verfahren ist. Einige dieser Ströme – insbesondere dichte Mineralien wie Baryt, Hämatit oder abrasive Stoffe wie Mangan – können nun sauber und zuverlässig zurückgewonnen werden.
Dichtesortierung – eine unterschätzte Technologie
Die densimetrische Separation bleibt in der Branche eines der weniger bekannten Verfahren und wird oft zugunsten von Technologien wie Wirbelstrom oder Röntgen übersehen. Doch ihre Einfachheit, Flexibilität und der trockene Betrieb machen sie zu einer naheliegenden, oft übersehenen Chance. Das neue Potenzial der GSort-Technologie erstreckt sich sogar auf Materialströme, die bisher nicht getestet wurden. In jeder neuen Anwendung bietet sie die Möglichkeit, komplexere und teurere Systeme zu ersetzen.
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